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++++++ Dienstag, 07.02.2012, 19.00h: Nächstes öffentliches Treffen im DGB-Haus, Beyerlestraße 1 +++ Vorankündigung für Do., den 26.04.2012, 19.30h: Veranstaltung mit Rolf Gössner zur historischen und aktuellen Rolle der bundesdeutschen Geheimdienste "Unterwandern – verbieten – verdrängen" +++ Samstag, 12.05.2012: Gedenkfeier auf dem KZ-Friedhof Birnau +++

Offener Brief an die Verwaltung der Insel Mainau

Gedenktafel für 33 ehemalige KZ-Häftlinge

Die Deutsch-Französische Vereinigung Konstanz fordert die Insel Mainau in einem offenen Brief dazu auf, sich endlich ihrer historischen Verantwortung zu stellen und mit einer Gedenktafel an den Tod von 33 ehemaligen KZ-Häftlingen zu erinnern, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf die Insel Mainau gebracht wurden. Dort sollten sie sich von den unmenschlichen Strapazen erholen, die sie in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten erleiden mussten. 33 NS-Opfer konnten nicht gerettet werden, sie verstarben auf der Insel Mainau, wurden dort beerdigt, 1946 exhumiert und auf den Konstanzer Hauptfriedhof umgebettet. Die VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz unterstützt diese Initiative.

Hier der offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrte Gräfin Bernadotte,
sehr geehrter Graf Bernadotte,

in dem jüngst von der Deutsch-Französischen Vereinigung (DFV) herausgegebenen Buch „Französische Spuren in Konstanz“ (Universitätsverlag Konstanz) wurden die sichtbaren, aber auch die verschütteten französischen Spuren in Konstanz durch die vergangenen Jahrhunderte aufgezeichnet.

Die Suche nach Hinweisen auf die französischen Spuren in den 1930iger und 1940iger Jahren auf der Insel Mainau war hierbei nicht erfolgreich. In Anknüpfung an das von Dr. Arnulf Moser verfasste Werk „Die andere Mainau“ haben wir insbesondere eine Hinweistafel auf den Friedhof der auf der Insel Mainau verstorbenen ehemaligen KZ-Häftlinge vermisst.

Auffallend ist auch, dass die auf der Homepage der Mainau GmbH abgelegte Chronik der Insel die Zeit zwischen 1932 und 1961 komplett ausspart. Während lokalgeschichtlich durchaus auch weniger relevante Ereignisse („erste Besiedlungsspuren auf der Insel Mainau reichen bis 3000 v.Chr. zurück“) ebenso wie Geschäftsführerwechsel aufgeführt werden, schweigt sich die offizielle Mainau über die spannungsgeladenen 40er Jahre aus

Exakt ein Jahr nach unserem diesbezüglichen schriftlichen Hinweis ist seither vergangen und nichts ist geschehen. Trotz mehrfacher Ankündigungen wurde weder die Website der Mainau GmbH überarbeitet noch eine Gedenktafel für die auf der Insel Mainau verstorbenen KZ-Häftlinge angebracht.

Die an der Kreuzung von Sigismundstraße und Bahnhofstraße angebrachte Stele, auf der die Namen der nach Gurs deportierten Konstanzer Juden aufgeführt sind, könnte Ihnen hierfür als Beispiel dienen. Die Entscheidung für die Errichtung der Gurs-Säule legte Zeugnis ab für das Bekenntnis zur Aufarbeitung dieser dunklen Vergangenheit. Wir sind davon überzeugt, dass eine analoge öffentliche Gedenktafel für die verstorbenen französischen Staatsangehörigen auch der Insel Mainau anstehen würde. „Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn auch sein Name vergessen ist“, weswegen wir an Sie appellieren, an der Stelle des ehemaligen Friedhofes auf der Insel Mainau eine Gedenktafel für jeden der nachfolgend aufgeführten auf der Insel Mainau verstorbenen ehemaligen KZ-Häftlinge anzubringen und in einem Text auf deutsch und französisch auf den geschichtlichen Hintergrund einzugehen.

August Andre, Emilie Baixas, Andre Bovec, Aime Caillon, Georges Caillot, Marcel Delelis, Marcel Detry, Maurice Diche, Vincent Gahinet, Robert Gambier, Lionel Granier, Auguste Henry, Jean Hosotte, Marcel Nicolas, Edmond Perigrosse, Henry Ponclet, Paul Trottain, Eugenie Brill, Louis Chittre, Jean Collin, Jean Hauchard, Peter Jakobs, Marcel Jouany, Simon Keravec, Berthold Krebs, Marcel Labaume, Josef Limandas, Silvos Muller, Giullaume Raparie, Bernard Roussellot, Mohamed Tounzi, Marcel Vitale, Jean Vronke.

Mit freundlichen Grüßen

Claus-Dieter Hirt, Dr. Arnulf Moser, Daniela Frey

Viele weitere BefürworterInnen eines Erinnerungsortes haben diesen Brief ebenfalls unterzeichnet. Unterschriften werden weiterhin unter folgendem Link gesammelt:

http://www.dfv-konstanz.de/htm/136_de.html

Hier finden sich auch die Namen der UnterzeichnerInnen.

Widerstand gegen den Aufmarsch der Neonazis in Dresden

DRESDEN NAZIFREI

http://www.youtube.com/watch?v=xVo22OJoyyw&feature=youtu.be


Seit 2010 wird mit dem bundesweiten Bündnis "DRESDEN NAZIFREI" dem Aufmarsch der Neonazis in Dresden ein effektiver und eindeutiger Widerstand entgegengesetzt.
Faktisch von Beginn an ist das Bündnis von AntifaschistInnen verschiedener gesellschaftlicher Schichten und unterschiedlicher Ansichten der Diffamierung, Isolierung und Kriminalisierung sächsischer Justiz und Politik ausgesetzt.

Mit Hilfe des Paragraphen 129 "Bildung einer kriminellen Vereinigung" wird mittlerweile gegen ca. 35 Personen strafrechtlich ermittelt.

Die Folgen für die Betroffenen sind nicht abzusehen.

Abzusehen ist jedoch, dass dieser Versuch der schweren Kriminalisierung bürgerschaftlichen Engagements einzig dem Ziel dient, den Widerstand gegen den Naziaufmarsch in Dresden zu spalten, zu schwächen und zu brechen.

Diesem Versuch treten wir mit unserem Videoclip entgegen.

JG-Stadtmitte / Aktionsnetzwerk Jena

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Abschiebung von Roma in den Kosovo

Offener Brief an die Landtagsabgeordneten

Wir, die Mitglieder der VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz, begrüßen den vorläufigen Abschiebestopp für Roma aus dem Kosovo, vom August diesen Jahres in Baden-Württemberg. Wir sehen darin einen mutigen Schritt der neuen Landesregierung hin zu mehr Humanität und dem Schutz der verfolgten und bedrohten Minderheit der Roma. Obwohl Amnesty International die Lebenssituation der Roma im Kosovo als politische Verfolgung bezeichnet und sich der Europarat, Hilfsorganisationen und Kirchen gegen Abschiebungen in den Kosovo aussprechen, wurden Roma aus dem Kosovo von der ehemaligen CDU-Landesregierung rigoros abgeschoben.
In Baden-Württemberg sind derzeit ca. 1200 Roma aus dem Kosovo und anderen Ländern des Balkan von Abschiebung bedroht: Menschen, die oftmals mehr als 15 Jahre hier gelebt haben, Kinder und Jugendliche die hier geboren, aufgewachsen und integriert sind und im Kosovo keinerlei Zukunftschancen besitzen, alte und kranke Menschen, die nach ihrer Abschiebung weder Wohnraum, noch eine medizinische Versorgung erhalten. Der Obmann für Menschenrechte im kosovarischen Parlament, Sami Kurthesi verdeutlicht die Situation der Abgeschobenen so: „Wenn die Eltern keine Arbeit haben und möglicherweise auch keine Wohnung, werden sie entweder versuchen wieder zu fliehen oder sie werden kriminell oder sie sterben einfach.“ Dass diese Einschätzung nicht übertrieben ist, zeigen bisherige Todesfälle. Wir erachten deshalb den vorläufigen Abschiebestopp der neuen Landesregierung als ersten und dringend notwendigen Schritt. Als letztes Jahr die französische Regierung für ihre gnadenlose Abschiebepolitik gegenüber Roma aus Rumänien und Bulgarien international massiv kritisiert wurde, haben deutsche Politiker behauptet, so etwas gäbe es in Deutschland nicht. Dies war gelogen. Dass auch wir Roma im großen Stil und mit verheerenden Konsequenzen deportiert haben, wurde verschwiegen – sie waren ja keine EU-Bürger.
Die Nürnberger Rassengesetze der Nationalsozialisten von 1935 haben Juden und Roma gleichermaßen getroffen. Auch die Roma wurden systematisch aus der Gesellschaft ausgeschlossen, verfolgt und in den deutschen Vernichtungslagern ermordet. Jahrzehntelang wurde der Völkermord an 500 000 Roma aus ganz Europa in Deutschland geleugnet und eine Wiedergutmachung und Entschädigung der Opfer verweigert.
Heute wird das Volk der Roma in Europa erneut diskriminiert, verfolgt und vertrieben. Ihre Menschen- und Minderheitenrechte werden mit Füßen getreten und in den Ländern des Balkan, im Kosovo, in Serbien, in Ungarn, in Bulgarien schlägt ihnen offene Gewalt entgegen die inzwischen viele Todesopfer gefordert hat.
Als VVN-BdA appellieren wir an unsere historische Verantwortung als Deutsche gegenüber dem Volk der Roma. Wir setzen uns deshalb bundesweit für ein generelles Bleiberecht der Sinti und Roma in Deutschland und in anderen europäischen Ländern ein.
Wir fordern Sie, als Mitglied der neuen Landesregierung auf, sich für einen generellen Abschiebestopp und für ein dauerhaftes Bleiberecht der Roma hier in Baden-Württemberg und darüber hinaus in Deutschland einzusetzen. Fordern sie von der Landesregierung die Arbeitserlaubnis und Integrationsangebote für die Roma-Minderheit statt Abschiebung in Not, Elend und Verfolgung.
Wir bitten Sie, uns über Ihre Initiativen zum Schutz der Minderheit der Roma zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen
Doris Künzel, VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz

Rede am Singener Gedenkstein zum Volkstrauertag 2011

Verfolgung und Vertreibung der Roma in Europa während der NS-Zeit und heute

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister , sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kameradinnen und Kameraden der VVN,
wir stehen hier am Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus der Stadt Singen. Diese Opfer waren Menschen, die aufgrund ihrer politischen Gesinnung und ihres Widerstandes, ihrer religiösen Weltanschauung oder einfach nur wegen ihrem Anderssein von den Nationalsozialisten grausam ermordet wurden.
Und unter ihnen befindet sich auch die Familie Winter. Johann Winter und seine Ehefrau Philippine lebten seit 1926 in Singen in der Duchtlingerstraße. Sie wohnten mit ihren Kindern in einem Wohnwagen und einem selbst errichteten kleinen Haus, um das sie bei der Stadt Singen lange kämpfen mussten. Die Familie Winter gehörte dem Volk der Sinti an, jenen Roma, die seit dem 15. Jahrhundert in Deutschland leben. Johann Winter bestritt den Lebensunterhalt für seine Familie als reisender Händler und trat als Musiker in Gasthäusern auf. Der älteste Sohn, Anton Winter, war in Singen bei der Fa. Fahr, Landmaschinen, bei der Seilfabrik Beck & Co und bei der Brauerei Bilger in Gottmadingen beschäftigt. Als er im August 1942 heiraten wollte und das Aufgebot bestellte, wurde über die Kriminalpolizei Karlsruhe, für ihn und seine künftige Ehefrau Luise Köhler, ein Gutachten der Rassehygienischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes, angefordert. In diesem Gutachten vom 17. September 1942, stand geschrieben, dass sowohl Anton Winter als auch Luise Köhler, „... als Zigeunermischlinge, mit vorwiegend zigeunerischem Blutsanteil zu gelten haben“.
Am 23. März 1943 fuhr ein Lastwagen mit Polizei und Gestapo in der Duchtlingerstraße vor und verhaftete alle Anwesenden. Tags darauf wurden Johann Winter und seine Ehefrau, sowie Anton Winter mit Ehefrau Luise und deren Kinder, Lothar, Willi, Karl-David, Anna und Wilhelm, sowie Josefine Köhler und der Pflegesohn Bruno Reinhardt ins KZ Auschwitz eingeliefert. Ermordet wurden Winter Johann, Winter Philippine, Winter Karl- David, Winter Lothar, Winter Willi, Köhler Josefine und Reinhardt Bruno noch im gleichen Jahr in Auschwitz, einzig und allein deshalb, weil sie dem Volk der Sinti, angehört haben. Die Nürnberger Rassengesetze von 1935 haben Juden, Sinti und Roma gleichermaßen getroffen.
Roman Herzog, ehemaliger Bundespräsident, hat 1997 bei der Eröffnung des Dokumentations- und Kulturzentrums deutscher Sinti und Roma in Heidelberg die Vernichtung der Roma mit folgenden Worten ausgedrückt: „Der Völkermord an den Sinti und Roma ist aus dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz und dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden wie der an den Juden. Sie wurden im gesamten Einflussbereich der Nationalsozialisten systematisch und familienweise vom Kleinkind bis zum Greis ermordet. „Bis in die 80-er Jahre wurde dieser Völkermord an 500 000 Roma aus ganz Europa in Deutschland verschwiegen, verdrängt, geleugnet und den Opfern eine Wiedergutmachung verweigert.
Heute wird das Volk der Roma in Europa erneut diskriminiert, verfolgt und vertrieben. In Bulgarien und in Tschechien verbrennen randalierende Schlägertrupps die Häuser von Roma. In Ungarn schlafen Roma mit der Angst vor nächtlichen Mordanschlägen neofaschistischer Banden, im Kosovo fürchten Roma, auf offener Straße angegriffen zu werden. In Rumänien versuchen Roma der drückenden Armut zu entkommen, indem sie in den Westen fliehen, in Deutschland schlafen Roma mit der ständigen Angst vor einer Abschiebung im Morgengrauen, in Makedonien, in Montenegro, in Serbien, in Frankreich, in Italien, ........ Diskriminierung, Ausgrenzung, Verfolgung, Deportation .... Überall werden sie zu Sündenböcken gestempelt, schlägt ihnen rassistische Gewalt, von rechten Politikern und verantwortungslosen Medien geschürt, entgegen. Diese Gewalt hat inzwischen viele Todesopfer gefordert.
In Baden-Württemberg sind derzeit ca. 1200 Roma aus dem Kosovo und anderen Ländern des Balkan von Abschiebung bedroht: Menschen, die oftmals mehr als 15 Jahre hier gelebt haben, Kinder und Jugendliche, die hier geboren, aufgewachsen und integriert sind und im Kosovo keinerlei Zukunftschancen besitzen, alte und kranke Menschen, die nach ihrer Abschiebung weder Wohnraum noch eine medizinische Versorgung erhalten. Der Obmann für Menschenrechte im kosovarischen Parlament, Sami Kurthesi verdeutlicht die Situation der Abgeschobenen so: „Wenn die Eltern keine Arbeit haben und möglicherweise auch keine Wohnung, werden sie entweder versuchen wieder zu fliehen, oder sie werden kriminell, oder sie sterben einfach.“
Obwohl Amnesty international die Lebenssituation der Roma im Kosovo als politische Verfolgung bezeichnet und sich der Europarat, Hilfsorganisationen und Kirchen gegen Abschiebungen in den Kosovo aussprechen, wurden Roma aus dem Kosovo von der ehemaligen CDU-Landesregierung rigoros abgeschoben.
Als Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschisten appellieren wir an unsere historische Verantwortung als Deutsche gegenüber dem Volk der Roma in gleichem Maße, wie wir diese Verantwortung gegenüber dem jüdischen Volk seit Jahrzehnten wahrnehmen. Wir begrüßen deshalb den vorläufigen Abschiebestopp der neuen Landesregierung für Roma aus dem Kosovo. Wir sehen darin einen mutigen Schritt hin zu mehr Humanität und Schutz der verfolgten und bedrohten Minderheit der Roma. Wir fordern darüber hinaus jedoch einen generellen Abschiebestopp und ein dauerhaftes Bleiberecht für Roma hier in Baden-Württemberg und in Deutschland, sowie allen europäischen Ländern.
Wir fordern von der Landesregierung die Arbeitserlaubnis und Integrationsangebote für die Roma-Minderheit statt Abschiebung in Not, Elend und Verfolgung. Zum Schluss möchte ich aus der Rede von Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, zitieren, die er im Januar 2010 zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus gehalten hat: „Menschen- und Minderheitenrechte sind unteilbar. Wer den mörderischen Antiziganismus nicht ebenso konsequent ächtet wie den Antisemitismus, wer ihm mit Passivität, Gleichgültigkeit oder Halbherzigkeit begegnet, der stellt nicht nur die Glaubwürdigkeit der europäischen Wertegemeinschaft von Grund auf in Frage, sondern verrät all das, wofür Auschwitz als unsere gemeinsame historische Verpflichtung steht. In einer Zeit, in der ökonomische Zwänge und Verwertungsdenken immer mehr Lebensbereiche beherrschen, ist es umso wichtiger, grundlegende Werte der Menschlichkeit glaubhaft zu vermitteln. Ob uns dies gelingt, ist möglicherweise von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung unseres Gemeinwesens.“

Doris Künzel VVN-BdA Kreisvereinigung Singen- Konstanz

Ein Vortrag mit Bildern, Texten und Filmausschnitten

Charly Schweizer: Internationale Spaniensolidarität vom Bodensee 1936–1939

Der Wahlsieg der republikanischen und Linksparteien 1931 zwang Spaniens König zur Abdankung. Die zweite spanische Republik wurde ausgerufen. Ende 1935 bildeten die Arbeiter- und die bürgerlich-demokratischen Parteien eine Volksfront, welche im Februar 1936 die Parlamentswahlen gewann und mit Sozialreformen zur Hebung des Lebensstandards des Volkes begann.
Am 18. Juli 1936 putschten Militärs um General Franco mit Teilen der Armee, den Monarchisten, Faschisten und den Spitzen der christlichen Amtskirche gegen die gewählte Regierung, die bürgerliche Republik und für die Errichtung eines klerikal-faschistischen Regimes. Hitler und Mussolini sagten den Putschisten rasch sofortige Militärhilfe zu. Die anarchosyndikalistische CNT/FAI, die linkssozialistische POUM, die kommunistische PCE, die sozialistische PSOE und die spanischen Gewerkschaften riefen zum bewaffneten Widerstand auf. Ihr Motto lautete: "NO PASARAN!" - Sie kommen nicht durch!"
Ab Juli1936 schlossen sich erste Internationalistas aus europäischen Ländern, den USA, der Sowjetunion, Christen, Juden und Atheisten den spanischen Volksmilizen an. Zu ihren Zielen bei der Verteidigung der jungen Spanischen Republik gehörte auch, "Hitlers Kriegsvorbereitungen in Spanien zu stoppen". Mit dabei waren auch Frauen und Männer aus der Region Bodensee-Allgäu-Oberschwaben. Zu ihnen zählten die Gebrüder Gabriel und Lorenz Ender aus Mäder in Vorarlberg, Käthe Hempel aus Schaffhausen, Hans Thoma aus St. Gallen, Helmut Huber aus Friedrichshafen sowie Hans Kukowitsch, Paul Lehr und Georg Meyer aus Lindau.
Charly Schweizer wird anhand von Bildern und Texten über deren Kampf an der Seite der Spanischen Republik vor 75 Jahren berichten.

Do. 13.10.2011, 20:00Uhr, vhs Konstanz Raum 0.7
Eintritt 5,00 EUR

Lesung aus dem Buch unseres verstorbenen Kameraden Fritz

„Das widerständige Leben des Fritz B.“

„80 Jahre deutsche Geschichte – von unten erlebt und aufgeschrieben von Fritz Besnecker, Antifaschist und Kommunist in Baden-Württemberg“ (so der Untertitel seiner Autobiografie). Unser verstorbener Kamerad und Freund Fritz hat wahrlich viel erlebt und manches gestaltet: Krieg in Singen, Aufbau der KPD, FDJ im Ländle, Studium in Moskau, Berufsverbote, Organisation der Ostermärsche, Kampf gegen die Raketenstationierung, Widerstand gegen Alt- und Neu-Nazis, Arbeit in der Geschichtswerkstatt, Organisation der Partei Die Linke – ein Leben voller Kampf und gegen Widerstände. Zweimal saß er monatelang im Gefängnis, ohne Anklage und – nach seiner Freilassung – auch ohne Entschädigung. Selbst zu einer Entschuldigung mochten sich die Singener Juristen nicht durchringen.

Dies und noch viel mehr wird bei der Lesung seines Buches „Das widerständige Leben des Fritz B.“ (Pahl-Rugenstein-Verlag, 2011, 19.90 Euro) zu hören sein. Fritz' Ehefrau und unsere Kameradin Roswitha Besnecker wird aus dem gemeinsamen politischen Leben berichten und für Fragen zur Verfügung stehen. Die Veranstaltung findet am 4. Oktober 2011, 19.30h, in der vhs Konstanz statt.

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Ein Dokumentarfilm von Daniel Burkholz

Brigadistas

„Brigadistas“ erzählt die Geschichte der letzten noch lebenden Mitglieder der Internationalen Brigaden, die im Spanischen Bürgerkrieg gegen den Faschismus gekämpft haben. 70 Jahre danach machen sie sich noch einmal auf den Weg und kehren nach Spanien zurück.
Der Film ist ein ein bewegendes Portrait dieser Menschen.
Die Brigadistas, 36 Frauen und Männer, die Jüngste 86, der Älteste 99 Jahre alt, begeben sich auf eine Reise, die sie von Madrid über Zaragossa nach Barcelona quer durch Spanien führt. Einem Land, in dem sie auch nach so langer Zeit noch begeistert gefeiert werden. Diese Reise ist für viele von ihnen die letzte und die Brigadistas wissen das. Sie berichten über das Erlebte und wollen ihre Ideen und Ideale weitergeben. „Brigadistas“ ist ein intensives und einfühlsames Portrait dieser Menschen. Der Film zeichnet ein Bild, in dem Begeisterung aber auch Nachdenklichkeit ihren Platz haben.

Dienstag, 19. Juli 2011, 19:30 Uhr
Konstanz, Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1

Der Filmemacher ist anwesend. Nach der Vorführung besteht die Möglichkeit, Fragen an ihn zu stellen und über den Film zu diskutieren.

Eine Lücke, die nicht zu schließen ist

Erinnern wir uns an Fritz Besnecker

Am 24. März 2011 starb Fritz Besnecker. 15 Tage vor seinem 82. Geburtstag, zwei Tage vor der Veröffentlichung seiner Autobiografie. Weit über Singen hinaus wird man sich an ihn erinnern als unermüdlichen Antifaschisten und Friedensstreiter, als den roten Großvater und das Singener Urgestein. Am 8. April findet um 14.30 Uhr eine Gedenkfeier für Fritz Besnecker in der Halle des Singener Waldfriedhofes statt

Vor zwei Wochen noch erzählte er feixend, wie er einmal zwei Verfassungsschützer, die ihn sogar beim Schwimmen beschatteten, im Freiband von Iznang an der Nase rumführte. Darüber konnte er noch 40 Jahre später herzhaft lachen. Ja, lachen konnte der Fritz; und nicht nur beim guten Wein. Und menschelnd erzählen – von der Frau Beck zum Beispiel, „einer konservativen Christin durch und durch“ und Nachbarin der Besneckers, die sich tapfer der Anwerbung als Schlapphut-Spitzel verweigerte und stattdessen Fritz und Roswitha regelmäßig über die Aktivitäten der Polizei informierte. „So“, sagte Fritz, „entstehen Freundschaften unter anständigen Leuten“.

Freunde hatte er viele, der Friedrich B., wie er sich selber in seinem, zwei Tage nach seinem Tod veröffentlichtem Buch nannte. Nicht nur unter den Genossinnen und Genossen aus KPD, DKP und der Linken, nicht nur bei der VVN-BdA, deren Landesgeschäftsführer er lange Jahre war, sondern auch unter Campern und Seglern, die mit ihm seinen größten Freizeitspaß teilten. Auch einen CDU-Bürgermeister zählte er zu seinen Freunden.

Nur eines war Fritz Besnecker nie: Parteibeamter. Zu den muntersten Passagen seiner Autobiografie zählen dann auch die Schilderungen seiner Streitgespräche mit eingefleischten Stalinisten in Parteien und Gewerkschaften. Er ließ sich halt nicht verbiegen - von Arbeitgebern nicht und nicht von opportunistischen Kollegen, nicht von Karriere-Genossen und von Konservativen schon gar nicht. Manchmal artete solche Unbeugsamkeit sogar in Sturheit aus, doch: „Wie willst Du konsequent sein, wenn Du nicht auch stur sein kannst?“ Und stur-konsequent folgte er zeitlebens seinem Lebensmotto: „Nichts erfordert mehr Charakter als im offenen Gegensatz zu seiner Zeit laut zu sagen: Nein“.

Bloß bei Roswitha gab er nach. Die über 50jährige Ehe mit der „einst überzeugten Katholikin“ machte aus Fritz einen überzeugten Familienmenschen. Wohl nichts charakterisiert die auch antifaschistische Zweisamkeit der beiden besser als diese Anekdote: An ihrem Hochzeitstag 1956 fuhren die beiden Jungvermählten zur KZ-Gedenkstätte Birnau auf der anderen Bodenseeseite und widmeten ihr Brautbouquet den KZ-Opfern. 50 Jahre später wiederholten sie diese würdige Geste - ohne Aufsehen, bescheiden eben. Und noch am Vorabend seines Todes sah man Roswitha und Fritz noch einträchtig nebeneinander sitzen auf einer Wahlveranstaltung seiner Partei.

„80 Jahre deutsche Geschichte - von unten erlebt und aufgeschrieben von Fritz Besnecker, Antifaschist und Kommunist in Baden-Württemberg“ (so der Untertitel seiner Autobiografie) - der Fritz hat wahrlich viel erlebt und manches gestaltet: Krieg in Singen, Aufbau der KPD, FDJ im Ländle, Studium in Moskau, Berufsverbote, Organisation der Ostermärsche, Kampf gegen die Raketenstationierung, Widerstand gegen Alt- und Neu-Nazis, Arbeit in der Geschichtswerkstatt, Organisation der Partei Die Linke - ein Leben voller Kampf und gegen Widerstände. Zweimal saß er monatelang im Gefängnis, ohne Anklage und – nach seiner Freilassung – auch ohne Entschädigung. Selbst zu einer Entschuldigung mochten sich die Singener Juristen nicht durchringen.

Die Vorstellung seines Buches „Das widerständige Leben des Fritz B.“ (Pahl-Rugenstein-Verlag, 2011, 19.90 Euro), für den 30.3. in der Konstanzer Volkshochschule vorgesehen, wird verschoben. Die Trauerfeier fand im engsten Familienkreis statt. Eine Gedenkfeier wird es am 8.4. auf dem Waldfriedhof in Singen geben.

Autor: H.-P. Koch

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Rede am Singener Gedenkstein zum Volkstrauertag 2010:

Tote Soldaten sind keine Helden

Im Anschluss dokumentieren wir die ungekürzte Rede von Jürgen Weber am Gedenkstein für die Singener Opfer des Nationalsozialismus anlässlich des Volkstrauertages am 14.11.2010:

"Sehr verehrte Gedenkende, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ehret, lieber Fritz Besnecker!
Wir schreiten heute hier Grab für Grab, Gedenkort für Gedenkort, Epoche für Epoche gewaltsame Tode von Menschen ab. Oft waren es junge Menschen, die jeder und jede einzelne aus ihrem Leben gerissen wurden. Hier haben wir uns nun am Gedenkstein für die Singener Opfer des Nationalsozialismus versammelt.
Auf das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus angesprochen, erklären junge Menschen, mindestens die letzten zwei Generationen von Schülerinnen und Schülern, in überwiegender Zahl:
>Ich kann es nicht mehr hören! Es hängt mir zu den Ohren heraus. Klar, war das schlimm mit den Juden und so, aber wir sind doch nicht mehr schuld daran.< So oder so ähnlich höre ich das immer wieder.
Da frage ich mich: Was haben wir falsch gemacht? Wieso denken diese jungen Generationen so viele Jahre nach der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland, sie hätten etwas mit Täterschaft und Schuld zu tun?
Da fragt man sich doch: Woher kommt dieser Unsinn. Durch wen oder was kommen diese jungen Menschen dazu zu glauben, sie hätten nur im Entferntesten eine Mitschuld an den grausamen Verbrechen der Nationalsozialisten? Woher kommt dieser Eindruck, einen Rucksack schultern zu müssen, den junge Menschen mit Recht abstellen und sagen: Trag ich nicht!
Es gibt keine Kollektivschuld oder gar vererbbare Schuld. Die Frage, mit welchem Deutschland sich diese jungen Menschen identifizieren, bewegt mich.
Ich habe diesen Sommer mit zwei der letzten noch lebenden Zeitzeugen in Italien gesprochen. Damals junge Menschen, die Zeugen von unvorstellbaren Massakern durch die SS wurden. Für diese Menschen war Deutschland nie auf den Nationalsozialismus beschränkt. Schuld an den Gräueltaten waren die Täter, war die SS und nicht DIE Deutschen. Im Gegenteil: In den Gesprächen bezogen sie sich immer wieder positiv auf die deutschen Deserteure oder auf den deutschen Widerstand. Sie haben reflektiert, dass der Widerstand in Deutschland in den KZs zerschlagen wurde, bevor er sich überhaupt entfaltet konnte. Diese italienischen Zeitzeugen kamen gar nicht auf die Idee, die Deutschen mit den Nationalsozialisten gleichzusetzen.
Natürlich dürfen wir nicht ausblenden, dass es im Nationalsozialismus viele Verbrechen und viele Täter gab. Und wir kennen heute die Maschinerie und die Netzwerke der vielen Helfer und Helfershelfer, die die unvergleichlichen Verbrechen des Nationalsozialismus erst ermöglichten.
Die Schuld liegt aber einzig bei den großen und kleinen Tätern. Klingt eigentlich logisch. Ist es auch. Verantwortlicher Umgang mit der deutschen Geschichte heißt doch nicht, sich mit dem „schuldigen Deutschland“ zu identifizieren, sondern sich von den Tätern abzugrenzen. Abzugrenzen durch Werte, die sich klar gegen den Nationalsozialismus stellen.
Mich treibt die Frage um, wieso unsere heranwachsende Generation sich mit der Schuld und dem Deutschland der Täter identifiziert. Und dann frage ich mich: Was haben wir aus der Rede des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zum 8. Mai 1985 in den letzten 25 Jahren gemacht? Diese historische Rede, die einen Perspektivwechsel der offiziellen Bundesrepublik manifestierte. Die das Kriegsende am 8. Mai 1945 nicht mehr als Kapitulation und als verlorenen deutschen Krieg definierte, sondern als Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bezeichnete. Nicht Niederlage, sondern Befreiung der Deutschen.
Ein Perspektivwechsel, der auch die Identifikation vom Deutschland des Nationalsozialismus zum Deutschland des Widerstands zuließ. Wieso konnten wir unseren jüngsten Generationen diesen Perspektivwechsel nicht vermitteln?
Dieser Gedenkstein erinnert uns an die Singener, die ein anderes Deutschlands symbolisieren. Nicht das Deutschland der Täter, sondern das widerständige Deutschland. Hier in Singen haben diese Menschen Namen. In Büchern der Geschichtswerkstatt oder hier auf dem Friedhof. An anderen Orten in Deutschland sind sie bis heute namenlos und vergessen. Die Initiative Stolpersteine, die es nun auch in Singen und schon einige Jahre in Stockach, Überlingen und Konstanz gibt, sei als Gegenpol dazu lobend erwähnt.
Widerstand im Deutschland des Nationalsozialismus – geehrt oder nicht – steht aber häufig in der Schmuddelecke. Steht nicht in der Mitte unserer Gesellschaft, sondern am Rand. So ist es schwierig für junge Menschen sich damit zu identifizieren.
Am Rand oder für junge Menschen auf unerreichbar hohen Sockeln.
Der Theologe Bonhoeffer, der aufrecht ins KZ schritt. Die Geschwister Scholl, deren Zivilcourage in den Tod führte oder ein Herr Schindler, der aus Hollywood zu uns zurückkommt und zu dem wir von unseren Kinosesseln aufschauen.
Taugen solche heroisierenden Einzelbeispiele, die man fast zu Heiligen macht, und an die kein Jugendlicher heranreicht, zur Identifikation? Hatten Sophie und Hans Scholl neben all dem Mut nicht auch die Hosen voll wie viele, viele andere, deren Namen wir kennen oder nicht kennen? Ist ihre Geschichte nicht auch eine von vieltausendfachen Geschichten persönlicher Tragödien im Deutschland des Nationalsozialismus?
Es reicht nicht, eine Sophie-Scholl-Büste an einen Platz in der Schule zu stellen, an dem nach der Entfernung des Gusseisernen-Kopfes von Adolf-Hitler eilig wieder eine Bismarck-Büste aufgestellt wurde. Das ist eine Ehrung im Geiste des Deutschlands der Täter.
Wir brauchen Geschichte und Geschichten zum Anfassen und Werte, mit denen sich Jugendliche identifizieren können.
Hier auf diesem Gedenkstein stehen keine Namen von Helden. Das wollten die hier Verewigten nie sein. Ich glaube, es geht um etwas ganz anderes.
Diese Namen, diese Menschen, stehen für Werte.
Positive Werte, mit denen sich junge Generationen identifizieren könnten.
Werte und Botschaften wie: „Nie wieder Faschismus!“ und „Nie wieder Krieg!“
Es geht nicht um Heldentod und Vaterland. Das sind die Werte des anderen Deutschland.
Ich habe vor einigen Tagen im Deutschlandfunk ein Gespräch mit einem Pressesprecher der Fallschirmjäger der Saarlandbrigade gehört. – Die waren übrigens damals auch in Italien dabei –
Es ging um den Afghanistan-Einsatz seiner Brigade. Dieser Sprecher sprach von einem Wandel. Es wäre vor einigen Jahren noch nicht möglich gewesen, öffentlich über „Schießen und Töten“ zu sprechen. Das ginge nun wieder. Er bedauerte, dass seine Soldaten sich im privaten Umfeld dafür rechtfertigen müssten.
„Schießen und Töten“ sind das legitime Vermittler von Werten? Und für welche?
25 Jahre nach Richard von Weizsäckers Rede denkt Ex-Bundesbankchef und Bundespräsident Horst Köhler öffentlich darüber nach, dass militärische Einsätze für wirtschaftliche Interessen notwendig seien.
Das sind nicht die Werte dieser Menschen.
Mir graut vor der Vorstellung, dass wir in einigen Jahren, hier am Friedhof oder an anderer Stelle, Epoche für Epoche, Gedenkort für Gedenkort, Grab für Grab abschreiten mit einer neuen Haltestation: Halt an den Gräbern abermals junger Menschen. Halt an den Gräbern der Gefallenen aus Afghanistan oder anderen so genannten Krisenherden.
Und mir graut vor der Vorstellung, dass „Schießen und Töten“ auch Trauer und Wut in andern Ländern hinterlässt.
Die jungen Menschen, deren fahnengeschmückte Blechsärge an den Flughäfen ausgeladen werden, sind keine Helden. Sie sind arme Teufel wie all die anderen in den Gräbern, an denen wir heute vorüberschritten. Des Menschenrechts auf ein körperlich unversehrtes Leben beraubt.
Keines dieser Opfer wollte sterben. Ich bin mir ganz sicher: Jeder hätte diesen Heldentod gerne gegen sein Leben zurückgetauscht. Jeder von all denen, an denen wir heute vorbeischritten, wollte nur heil aus diesem Wahnsinn herauskommen und leben.
(Mit Blick auf den Gendenkstein): Diese Namen stehen für Werte.
Versuchen wir zu bewirken, dass sich die junge Generation mit diesen beiden identifiziert:
„Nie wieder Faschismus“ und „Nie wieder Krieg“.
Wenigstens das müssen wir uns an diesem Gedenkstein anhören.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit."

Jürgen Weber, Autor, 14. November 2010

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